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Montag, 29. November 2004

Gnadenbrottext

(Relativ) Verdammt lang her....

MeinText "Berufsbild Journalist" verfaßt von mir für mein Praktikumsberichtsheft- während meines Schulpraktikum bei TEXTLAB im Januar 1996.

Nicht monumental, aber zu schade um in Vergessenheit zu geraten.

Meine Damen und Herren:

Berufsbild Journalist

Ein Journalist trinkt sehr viel (kalten Kaffee und Alkohol), schläft wenig und ist wahlweise unrasiert, zynisch und unfreundlich oder durch und durch sympathisch. Auf alle Fälle steckt er seine Nase und seinen Kugelschreiber in Dinge, die ihn nichts angehen und die er dann ohne Rücksicht auf Wahrheit und Verluste schreibt. Das ist das Bild, was man so von Journalisten hat- dank mancher Fernsehserien und Spielfilme. In Wahrheit sieht das alles etwas anders aus.

Für die Ausbildung als Journalist gibt es keinen verbindlichen Weg (die Fähigkeit, kalten Kaffee zu vertragen garantiert keinen Job als Journalist. Ist aber hilfreich). Häufig erfolgt die Berufsausbildung durch ein Redaktionsvolontariat, den Besuch einer Journalistenschule oder Studium und anschließendes Volontariat. Als ausgebildeter Journalist kann man sich entweder selbständig machen, zu Zeitung/Zeitschriften gehen oder bei Rundfunk oder Fernsehen anheuern. Dort kann man dann sein Glück versuchen und hat auch gleich jede Menge Arbeit. Und zwar nicht nur mit dem Kaffee.

Bevor es richtig losgeht und der Artikel geschrieben werden kann, muß das Thema ersteinmal geplant und recherchiert werden. Die Recherche kann durch Interviews (persönlich und per Telefon), Quellenrecherche etc. erfolgen. Hat man endlich alle Fakten zusammen, kann man mit dem Schreiben anfangen. Dabei sollte man darauf achten, daß der Text doch so in etwa der Wahrheit entspricht und zielgruppengerecht formuliert ist. Also möglichst wenig Fremdwörter in die Kinderseite. Wenn der Artikel fertig ist, sollte er nocheinmal durchgelesen werden um grobe Fehler (Marke: " Der deutsche Schokoriegelhersteller Daimler-Benz...") zu vermeiden.
Dann geht der Artikel in den Druck und der Journalist nach Hause, es sei denn, er muß gerade irgendeinen internationalen Betrug aufdecken.

Heutzutage schreiben die meisten Journalisten auch nicht mehr mit dem Kugelschreiber sondern mit dem Computer. Und außerdem hat letztens jemand Journalisten gesehen, die Tee und warmen Kaffee tranken. Angeblich.


von: katrin
Entry modified
Geändert am 29. November 2004 um 20:20
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