(Relativ) Verdammt lang her....
MeinText "Berufsbild Journalist" verfaßt von mir für mein
Praktikumsberichtsheft- während meines Schulpraktikum bei TEXTLAB im
Januar 1996.
Nicht monumental, aber zu schade um in Vergessenheit zu geraten.
Meine Damen und Herren:
Berufsbild Journalist
Ein Journalist trinkt sehr viel (kalten Kaffee und Alkohol), schläft
wenig und ist wahlweise unrasiert, zynisch und unfreundlich oder durch
und durch sympathisch. Auf alle Fälle steckt er seine Nase und seinen
Kugelschreiber in Dinge, die ihn nichts angehen und die er dann ohne
Rücksicht auf Wahrheit und Verluste schreibt. Das ist das Bild, was man
so von Journalisten hat- dank mancher Fernsehserien und Spielfilme. In
Wahrheit sieht das alles etwas anders aus.
Für die Ausbildung als Journalist gibt es keinen verbindlichen Weg (die
Fähigkeit, kalten Kaffee zu vertragen garantiert keinen Job als
Journalist. Ist aber hilfreich). Häufig erfolgt die Berufsausbildung
durch ein Redaktionsvolontariat, den Besuch einer Journalistenschule
oder Studium und anschließendes Volontariat. Als ausgebildeter
Journalist kann man sich entweder selbständig machen, zu
Zeitung/Zeitschriften gehen oder bei Rundfunk oder Fernsehen anheuern.
Dort kann man dann sein Glück versuchen und hat auch gleich jede Menge
Arbeit. Und zwar nicht nur mit dem Kaffee.
Bevor es richtig losgeht und der Artikel geschrieben werden kann, muß
das Thema ersteinmal geplant und recherchiert werden. Die Recherche
kann durch Interviews (persönlich und per Telefon), Quellenrecherche
etc. erfolgen. Hat man endlich alle Fakten zusammen, kann man mit dem
Schreiben anfangen. Dabei sollte man darauf achten, daß der Text doch
so in etwa der Wahrheit entspricht und zielgruppengerecht formuliert
ist. Also möglichst wenig Fremdwörter in die Kinderseite. Wenn der
Artikel fertig ist, sollte er nocheinmal durchgelesen werden um grobe
Fehler (Marke: " Der deutsche Schokoriegelhersteller Daimler-Benz...")
zu vermeiden.
Dann geht der Artikel in den Druck und der Journalist nach Hause, es
sei denn, er muß gerade irgendeinen internationalen Betrug aufdecken.
Heutzutage schreiben die meisten Journalisten auch nicht mehr mit dem
Kugelschreiber sondern mit dem Computer. Und außerdem hat letztens
jemand Journalisten gesehen, die Tee und warmen Kaffee tranken.
Angeblich.
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